Film: Waldspaziergang

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Ich habe das große Glück direkt an einem kleinen Waldstück zu wohnen. Ich streife fast täglich
durch diesen Wald. Hier ist es ruhig, menschlicher Lärm ist kaum zu hören. Für mich ist es ein Ort
der Entspannung, des Durchatmens und Loslassens. Hier kann ich regenerieren.

Erste Forschungen zum Thema Wald als Erholungsraum lieferten die Umweltpsychologen Kaplan /
Kaplan. In der urbanen Welt müssen wir ständig zielgerichtet denken und auf Reize reagieren. Das
stresst uns. Im Wald können wir unsere Sinne schweifen lassen. Wir erfassen und verarbeiten die
Szenen mühelos. Unser Gehirn kann sich erholen.

Je nach innerer Stimmung und Bedürfnis bevorzuge ich verschiedene Plätze im Wald. Er hält immer
passende Orte für mich bereit:

Die alte Blutbuche am Wegesrand bereitet im Frühling einen goldenen Schirm über mich aus,
wenn ihre neuen Blätter noch zart sind und sanftes Nachmittagslicht durch das Laub scheint. Bei
Regen oder Hitze setze ich mich auf ihre knorrigen Wurzeln und betrachte gut beschirmt das
Treiben.

Die kleine Wiese ist ein nahegelegener Rückzugsort. Viele verschiedene Wiesenpflanzen er-
freuen mich das ganze Jahr und es ist ein Ort, an dem mein Blick in die Weite schweifen kann.

Auch der große Teich im unteren Waldabschnitt bietet die Möglichkeit, geschützt unter dem
Blätterdach, verschiedene Szenarien zu entdecken. Zu jeder Jahreszeit ist das Gewässer Heimat
für verschiedene Vögel, Wasservögel, Libellen, …… Ein besonderes Vergnügen bereitet das
Beobachten einer großen Schar Mandarinenten die hier überwintern.

Manchmal treffe ich andere Menschen im Wald, vornehmlich mit Hunden. Hier entsteht über die
Tiere oftmals eine soziale Interaktion. Ebenso mit Menschen aus der Nachbarschaft, die spazieren
gehen. Auch das kann ein wohltuender Effekt sein: klönen und Zeit zwanglos miteinander
verbringen.

Zu jeder Jahreszeit und mit jedem Wetter ändert sich der Ausdruck des Waldes. Es gibt im Ge-
hölz immer etwas zu entdecken, zu erforschen und zu bestaunen.

Was sagt die Forschung? Was wird von den Menschen bevorzugt?

1.) Wir möchten sofort verstehen was wir sehen, und voraussagen können was als Nächstes vor uns
liegt. Das stärkt das Gefühl der Sicherheit.
2.) Und wir bevorzugen eine Vielschichtigkeit die wir erforschen können.

Haben wir uns nach einiger Zeit im Wald erholt, können wir unsere Aufmerksamkeit auf einzelne
Aspekte des Waldes lenken: das Blattwerk, die Bodendecker, die Tiere, die Pilze und Moose,
…..und auf die Veränderungen im Laufe der Jahreszeiten.

In vielen unseren heimischen Wäldern dominiert die Buche.

Einige unserer Wälder gehören zum: UNESCO Weltkulturerbe alte Buchenwälder in Deutschland:

  • Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern),
  • Serrahn im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern),
  • Grumsin im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg),
  • Nationalpark Hainich (Thüringen) und
  • Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen)

Unsere Wälder beherbergen sowohl alte Baumriesen zum Bestaunen, den jugendlichen
Nachwuchs sowie andere Baumgenerationen. Ich bin gerne in Gebieten mit alten Bäumen
unterwegs: der Boden hat aufgrund des dichten Kronendaches keinen Bodenbewuchs. Die hohen
alten Bäume vermitteln mir ein Gefühl der Geborgenheit.

In den Wäldern im Osten Deutschlands wechseln sich Buchen- und Buchenmischwald mit großen
Parzellen von Waldkiefern ab. In den Gebieten mit Waldkiefern ist es sehr hell und licht. Die
Vegetation auf dem Boden ist beachtenswert. Viele Moosarten bedecken die Erde wie einen
weichen Teppich, der zum Barfußlaufen einlädt. Eine besondere Sinneserfahrung.

Wenn wir uns leise im Wald bewegen können wir uns über seltene Begegnungen mit Wildtieren
freuen. Es sind jedes Mal ganz besondere Momente für mich, einem scheuen Tier in die Augen
schauen zu dürfen und, vielleicht sogar Kurzzeitig eine Beziehung zu ihm aufbauen zu können.

Gehen Sie einfach los und entdecken Sie die verschiedensten Wälder. Es lohnt sich. Jedes
Waldgebiet hat seine ganz eigene Schönheit und Vielfalt, seine eigene Geologie und Geschichte.

Erblicken Sie die Vielfalt eines Waldes: verschiedene Baumarten, ihre Höhen- und Altersstruktur
und die variierenden Lichtverhältnisse, alte Solitärbäume, den Bodenbewuchs und die Tierwelt.

Vielleicht finden auch Sie Ihre Lieblingsplätze im Wald. Ich wünsche es Ihnen. Erholen Sie sich gut
in dieser einzigartigen Natur und helfen Sie mit sie zu schützen.

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